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Geschichte der Pfadfinderbewegung

Die Pfadfinderbewegung wurde von Baden-Powell (B.P. [sprich Bi Pi]) gegründet. Die Erlebnisse in seiner Kindheit und die Erfahrungen während seiner Beraufsausübung waren die Grundlagen für sein Erziehungskonzept, das heute als Pfadfinderbewegung bezeichnet wird.
Baden-Powell
Baden-Powell
Gründer der Pfadfinderbewegung

Baden-Powell's Kindheit

B.P. mit vollem Namen Robert Stevenson Smyth Baden-Powell, wurde am 22. Februar 1857 in London geboren. Er war das achte von zehn Kindern. Sein Vater starb als Robert gerade drei Jahre alt war.
Als kleiner Junge eroberte er damals den Londoner Hyde-Park, der vor seiner Haustür lag. Sein Großvater Smyth weckte schon frühzeitig in ihm die Lust auf Abenteuer und die Sehnsucht nach der Natur.
Mit neun Jahren kam er zu Verwandten aufs Land, um dort lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Außerhalb Londons gab es viel mehr zu entdecken, als im Hyde-Park und in den Vorstädten. Er lernte z.B. Wild zu beobachten und sich mittels selbstgezeichneter Landkarten und einem Kompass zurechtzufinden.

Baden-Powell's Berufsleben

Mit 19 Jahren bestand B.P. die Abschlussprüfung am Charterhouse-College nur mit Mühe.
1876 bewarb er sich an der angesehensten Militärakademie Englands in Sandhurst: er wollte Offizier werden. An der Elite-Akademie, die das Ansehen einer Universität hatte, gab es sehr strenge Aufnahmeprüfungen. Baden-Powell legte von 717 Bewerbern die zweitbeste Prüfung ab.
An seiner Offiziersausbildung in Indien faszinierte die Kundschafterei B.P. am meisten. Schon als kleiner Knirps hatte er sich im Anschleichen, Verstecken und Beobachten geübt, hatte Spuren gelesen und sich im Freien unbemerkt bewegt.
Seine Vorgesetzten waren überrascht, als er ihnen nach kurzer Zeit ein völlig neues Ausbildungskonzept vorlegte: Nicht Ausbildung als ganze Kompanie, wo sich einer hinter dem anderen verstecken kann und anonym bleibt, sondern Ausbildung in kleinen Gruppen von weniger als 10 Personen. B.P. hatte bemerkt, dass die Männer in einer kleineren Gruppe verantwortungsbewusster handelten und erfolgreicher waren. Jeder einzelne war für den Erfolg der Gruppe verantwortlich und setzte sich voll ein.

Erste Pfadfindergruppen

Viel später fand sich die Erfahrung, aus dem Umgang mit den jungen Männern, in seiner Vision der Friedenspfadfinder wieder. Er organisierte die Pfadfinderbewegung in solch kleinen Gruppen und hatte damit eine hervorragend funktionierende Methode der Jungenderziehung erfunden. Bis heute leben Pfadfinder in ihrer Kleingruppe. Hier entsteht Freundschaft, Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn.
Mit dieser Ausbildung schulte er bei seinen Leuten Fähigkeiten wie Beobachtungsgabe, Ausdauer und Entschlusskraft, die jeder Mensch auch in Friedenszeiten brauchen kann. Seine Erfahrungen in der Kundschafterausbildung schrieb er in einem kleinen Buch nieder, nach dem künftig Kundschafter der ganzen britischen Armee ausgebildet wurden.
Eines Tages erschrak B.P.. Er hatte erfahren, dass sein neues Buch "Aids to scouting" unter Jugendlichen großes Interesse fand. Die Jugendlichen spielten nach seinen Anleitungen. Aber B.P. hatte das Buch für die Ausbildung von Soldaten geschrieben, nicht als Spielvorlage für Jugendliche in Friedenszeiten. Jetzt organisierten sich Gruppen in England nach den Regeln des Buches und übten sich in Fähigkeiten der Pfadfindertechniken.

Baden-Powell bekommt eine Sonderaufgabe

Wegen seiner Erfolge in Mafeking wurde B.P. zum Generalmajor befördert und bekam kurz darauf eine Sonderaufgabe: Er sollte eine berittene Polizeitruppe in Südafrika aufbauen und ausbilden. Für seine Polizeitruppe entwarf er eine Lagerkleidung, die sich deutlich von der Uniform der Armee unterschied. Das Hemd, das Halstuch und den Hut dieser Polizei übernahm er später als Bestandteile der Pfadfinderkluft.
Der Gedanke an die Jugend, an Pfadfinder für den Frieden, ließ ihm keine Ruhe mehr. Im Jahre 1907 bat er zum zweiten Mal um Entlassung aus dem Militärdienst, um sich dieser Aufgabe widmen zu können.

Pfadfindergesetz

Nach welchen Methoden sollten nun die Friedenspfadfinder arbeiten? Es müsste ein Gesetz geben, das die Pfadfinder durch ein Versprechen anerkennen. Die Vorraussetzung für eine bestmögliche Entwicklung junger Leute war das Prinzip der kleinen Gruppen. Die Praxis sollte im Vordergrund stehen. B.P. prägte den Begriff "learning by doing" Lernen durch Tun.
Unterstützt von einem Zeitungsverleger begann B.P. endlich sein neues Buch zu schreiben: "Scouting for Boys". Dieses Buch, geboren aus jahrelanger Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen, legte die Grundlage für eine ungeahnte Entwicklung.
Er schrieb über Ritterlichkeit und Ehre und entwarf das folgende Pfadfindergesetz, dem sich Pfadfinder bis heute verpflichtet fühlen:
  1. Auf die Ehre eines Pfadfinders ist Verlass!
  2. Der Pfadfinder ist treu!
  3. Der Dienst des Pfadfinders ist: Nützlich sein und anderen Helfen!
  4. Der Pfadfinder ist ein Freund zu allen und ein Bruder zu jedem anderen Pfadfinder.
  5. Ein Pfadfinder ist höflich!
  6. Ein Pfadfinder ist ein Freund der Tiere!
  7. Ein Pfadfinder befolgt die Anordnungen seiner Eltern oder Pfadfinderleitern aus eigenem Willen!
  8. Ein Pfadfinder lacht und pfeift in allen Schwierigkeiten!
  9. Ein Pfadfinder ist sparsam!
  10. Ein Pfadfinder ist rein in Gedanken, Wort und Tat!
In "Scouting for Boys" formulierte B.P. das Pfadfinderversprechen, das bei der Aufnahme vor der Gruppe abgelegt wird.

Pfadfinderarbeit wird ausgeweitet

Das Buch wurde ein absoluter Bestseller. Überall in England kauften sich Jungen das Buch, bildeten Pfadfindergruppen, organisierten sich nach B.P.'s Empfehlungen, trugen die Kluft und legten das von ihm entworfene Pfadfinderversprechen ab.
Seit erscheinen des Buches explodierte die Pfadfinderei in England. Auch in anderen Ländern wurde seine Idee aufgegriffen, eine Entwicklung, die B.P. von Anfang an im Sinn hatte. Die Pfadfinderbruderschaft über Ländergrenzen und Kontinente hinweg sollte helfen, den Frieden zu sichern.
Baden-Powell's Grabstein
Baden-Powell's Grabstein

Erste Jamobrees werden veranstaltet

Schon 1909 hatte sich in Chile die erste Pfadfinderschaft außerhalb Englands gegründet und Pfadfindergruppen bereisten von England aus das europäische Festland und trugen den Gedanken der Bruderschaft der Pfadfinder in viele Länder. Im gleichen Jahr kamen zu einem Pfadfindertreffen in London über 11.000 Teilnehmer zusammen. Das war selbst für B.P. eine unerwartet
rasche Entwicklung.
1920 trafen sich 8.000 Pfadfinder aus 27 Ländern zu 1. Welt-Jamboree in London. Der Begriff "Jamboree" bedeutet so viel wie "friedliches Zusammentreffen der Stämme". Vier Jahre später kamen 12.000 Pfadfinder aus 36 Ländern in der Nähe von Kopenhagen zusammen. Auf dem dritten Jamboree 1929 in Birkenhead (England) versammelten sich 50.000 Pfadfinder aus 69 Ländern. Der britische König erhob B.P. auf diesem Jamboree, wegen seiner Verdienste für die Jugend, in den Adelsstand. B.P. wurde mit über 70 Jahren "Lord of Gillwell".

Baden-Powell's Tod

Baden-Powell starb fast 84-jährig am 8. Januar 1941 in Kenia. Sein Grabstein trägt als letztes Bekenntnis von B.P. die Abbildung eines Kreises mit einem Punkt darin, ein Waldläuferzeichen, das Pfadfinder in der ganzen Welt deuten können:
"Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.".
Letzte Änderung: 16.01.2009 - 12:41:40
 
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